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Anschläger Schulung: Schritt für Schritt sicher Anschlagen

Autor, Sicherheitsexperte

Inhaltsverzeichnis

Zuletzt aktualisiert: 5. Oktober 2026

Anschläger Schulung: Was die DGUV Information 209-013 fordert

Die Anschläger Schulung ist die Pflichtqualifikation für alle Beschäftigten, die Lasten an Krane anhängen, sichern und absetzen. Die DGUV Information 209-013 beschreibt, welche Kenntnisse ein Anschläger nachweisen muss: Lastgewicht, Schwerpunktlage, Anschlagwinkel und die Grenzen jedes Anschlagmittels.

Wer die Anschläger Schulung ernst nimmt, verhindert die häufigste Unfallursache im Hebezeugbetrieb: eine Last, die kippt, rutscht oder reißt.

Aufgaben und Verantwortung des Anschlägers

Der Anschläger trägt die Verantwortung für alles zwischen Haken und Last. Er wählt das Anschlagmittel, legt die Anschlagpunkte fest, prüft die Last und gibt dem Kranführer eindeutige Handzeichen.

Seine Kernaufgaben im Überblick:

  • Lastgewicht und Schwerpunktlage ermitteln
  • Geeignetes Anschlagmittel auswählen und prüfen
  • Anschlagpunkte festlegen und die Lastverteilung sichern
  • Handzeichen geben und den Lasttransport überwachen
  • Mängel sofort melden und die Last sperren

Die Verantwortung endet nicht mit dem Anschlagen. Der Anschläger begleitet die Lastaufnahme, den Transport und das Absetzen.

Wer darf Anschläger ausbilden?

Ausbilden darf nur, wer selbst fachlich geeignet ist, also über die nötige Erfahrung im Hebezeugbetrieb und rechtliche Kenntnisse verfügt. Viele Betriebe holen dafür externe Unterstützung.

Das ist kein Misstrauen gegen den eigenen Sicherheitsbeauftragten. Es ist eine Frage der Zeit und der Haftung.

Profi-Tipp
Ein Anschläger braucht keine jahrelange Erfahrung, um auszubilden, sondern nachweisbare Sachkunde. Lassen Sie sich die Qualifikation des Ausbilders schriftlich zeigen, bevor Sie buchen.

Anschläger Ausbildung nach DGUV: Theorie und Praxis im Kurs

Eine Anschläger Ausbildung nach DGUV verbindet zwei Teile: Theorie und Praxis. Beide sind Pflicht, und beide werden geprüft.

Die Theorie vermittelt das Wissen, die Praxis zeigt, ob es sitzt. Wer nur Theorie bekommt, kann die Last nicht sicher anlegen.

Theoretische Kenntnisse: Lastgewicht, Schwerpunktlage und Anschlagwinkel

Die Theorie behandelt vier Kernthemen, die jede sichere Lastaufnahme bestimmen:

  • Lastgewicht: Wie schwer ist die Last wirklich?
  • Schwerpunktlage: Wo greift die Last, und wie kippt sie?
  • Anschlagwinkel: Wie stark steigt die Zugkraft im Seil?
  • Tragfähigkeit: Was darf das Anschlagmittel wirklich tragen?

Der Anschlagwinkel ist der Punkt, den viele unterschätzen. Je flacher die Seile laufen, desto größer wird die Kraft in jedem einzelnen Strang.

Praktische Übungen: Last aufnehmen, transportieren und absetzen

In der Praxis üben Teilnehmer den vollen Ablauf: Last aufnehmen, transportieren und absetzen. Dazu kommen Handzeichen und die Kommunikation mit dem Kranführer.

Ein guter Kurs lässt jeden Teilnehmer selbst anlegen. Zuschauen reicht nicht.

Anschlagen von Lasten Schulung: Schritt für Schritt zur sicheren Lastaufnahme

Die Anschlagen von Lasten Schulung folgt einem festen Ablauf. Diese Reihenfolge hat sich in der Praxis bewährt, und wir empfehlen, sie konsequent einzuhalten:

  1. Gefährdungsbeurteilung prüfen: Ist der Bereich frei, und ist die Last bekannt?
  2. Lastgewicht und Schwerpunktlage ermitteln: Kennzeichnung lesen, sonst nachrechnen.
  3. Anschlagmittel auswählen: Passend zu Gewicht, Form und Oberfläche.
  4. Anschlagmittel sichtprüfen: Auf Mängel und Verschleißerscheinungen achten.
  5. Anschlagpunkte festlegen: Symmetrisch, im Schwerpunkt, mit sicherem Winkel.
  6. Last anschlagen und sichern: Rundschlingen, Hebebänder oder Ketten korrekt anlegen.
  7. Handzeichen geben: Eindeutig und abgestimmt mit dem Kranführer.
  8. Last aufnehmen: Langsam anheben, Lastverteilung beobachten.
  9. Last transportieren: Ruhig führen, niemanden unter der Last.
  10. Last absetzen: Kontrolliert ablegen, erst dann aushängen.
Ein Anschläger in Sicherheitskleidung mit Helm und Handschuhen befestigt eine Rundschlinge an einer Stahlplatte, während ein Kranführer in der Kabine eines Turmdrehkrans die Last beobachtet, Industriehalle mit Tageslicht
Ein Anschläger in Sicherheitskleidung mit Helm und Handschuhen befestigt eine Rundschlinge an einer Stahlplatte, während ein Kranführer in der Kabine eines Turmdrehkrans die Last beobachtet, Industriehalle mit Tageslicht
Achtung
Der häufigste Fehler ist ein falscher Anschlagwinkel. Wird die Last zu flach angeschlagen, steigt die Zugkraft im Seil stark an, und das Anschlagmittel kann versagen.

Anschlagmittel Beispiele: Rundschlingen, Hebebänder, Ketten und Drahtseile

Vier Anschlagmittel Beispiele decken fast alle Fälle ab. Die Wahl hängt von Gewicht, Oberfläche, Temperatur und Einsatzbereich ab. Entscheidend ist nicht das Material allein, sondern die Kombination aus Lastform, Schwerpunkt, Anschlagart und Umgebungsbedingungen.

Anschlagmittel Bestens geeignet für Nicht geeignet für Typische Nennlast-Klasse
Rundschlingen (Gurt) Empfindliche Oberflächen, leichte bis mittlere Lasten, enge Anschlagpunkte Scharfe Kanten ohne Kantenschutz, heiße Lasten 1-8 t
Hebebänder (Flachgurt) Möbel, Formteile, schonendes Anheben, breite Auflage Heiße oder scharfkantige Lasten, chemische Belastung 1-10 t
Ketten (Güteklasse 8/10) Schwere Lasten, hohe Temperaturen, rauer Betrieb Empfindliche Oberflächen, Funkenflug in explosionsgefährdeten Bereichen 1-32 t
Drahtseile Große Lasten, rauer Betrieb, hohe Zugkräfte Schonung von Oberflächen, enge Biegeradien 1-50 t

Entscheidungshilfe in fünf Schritten

  1. Lastform bestimmen: Platte, Rohr, Kiste, Rundmaterial oder unregelmäßiger Körper? Die Form entscheidet über Anschlagpunkte und Mittel.
  2. Gewicht und Schwerpunkt ermitteln: Kennzeichnung lesen, sonst wiegen oder rechnen. Der Schwerpunkt muss zwischen den Anschlagpunkten liegen.
  3. Oberfläche prüfen: Scharfkantig, heiß, glatt, empfindlich? Kantenschutz, Hitzeschutz oder anderes Mittel wählen.
  4. Anschlagart festlegen: Direkt, geschnürt, gelegt oder geheftet – jede Art verändert die zulässige Belastung.
  5. Umgebung berücksichtigen: Temperatur, Chemikalien, Funkenflug, Wind. Was der einen Last nichts ausmacht, zerstört das andere Mittel.

Tragfähigkeit richtig lesen

Jedes Anschlagmittel trägt eine Kennzeichnung mit Nennlast, Hersteller, Norm und Prüfdatum. Die zulässige Belastung gilt immer für eine definierte Anschlagart und einen definierten Winkel. Wird der Winkel flacher, sinkt die Tragfähigkeit – bei einem 45-Grad-Winkel etwa auf rund 70 Prozent, bei 30 Grad auf etwa 50 Prozent der Nennlast. Deshalb gilt: erst rechnen, dann greifen.

Achtung
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, die Nennlast gelte unabhängig von der Anschlagart. Tatsächlich bezieht sie sich auf eine bestimmte Konfiguration. Wer zwei Stränge im 90-Grad-Winkel anschlägt, halbiert die Tragfähigkeit jedes Strangs nicht – er verändert die gesamte Lastverteilung.
::: Diese physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Lastaufnahme bilden die unverzichtbare Grundlage, um im nächsten Schritt die Ladung richtig sichern zu können.

Wann welches Mittel?

  • Rundschlinge: Wenn die Oberfläche empfindlich ist und die Last nicht zu schwer. Immer mit Kantenschutz bei scharfen Kanten.
  • Hebeband: Wenn breite Auflage und schonendes Anheben gefragt sind – etwa bei Möbeln oder Formteilen.
  • Kette: Wenn es heiß, schwer und rau wird. Ketten sind robust, aber sie hinterlassen Druckstellen.
  • Drahtseil: Wenn große Lasten und rauer Betrieb zusammenkommen. Drahtseile brauchen regelmäßige Sichtprüfung auf Drahtbrüche.

Die Auswahlhilfe ist einfach: erst prüfen, dann greifen. Jedes Anschlagmittel hat eine zulässige Belastung, und die darf nie überschritten werden.

Anschläger Unterweisung: Gültigkeit, Auffrischung und betriebliche Umsetzung

Eine Anschläger Unterweisung ist kein einmaliges Ereignis. Sie muss regelmäßig aufgefrischt werden, damit das Wissen nicht verblasst.

In der Praxis bedeutet das:

  • Jährliche Unterweisung für alle Anschläger
  • Auffrischung nach Unfällen oder Beinahe-Unfällen
  • Neueinweisung bei neuen Lasten oder neuen Anschlagmitteln
  • Dokumentation jeder Unterweisung

Ein Fachausweis und eine Teilnahmebescheinigung belegen die Qualifikation. Beides gehört in die Personalakte.

Die Anschläger Schulung ist Teil Ihrer Gefährdungsbeurteilung. Ohne Dokumentation fehlt der Nachweis, dass Sie Ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind.

Typische Fehler beim Anschlagen und wie Sie Unfälle vermeiden

Fünf Fehler tauchen in fast jedem Betrieb auf. Wer sie kennt, kann sie abstellen.

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1. Falscher Anschlagwinkel

Fehlerbild: Die Seile oder Gurte laufen zu flach. Die Last hängt durch, die Stränge stehen unter hoher Zugkraft.

Risiko: Die Zugkraft im einzelnen Strang steigt über die Nennlast. Das Anschlagmittel kann reißen, die Last abrutschen.

Gegenmaßnahme: Anschlagwinkel möglichst steil halten, idealerweise 60 Grad oder steiler. Bei flacheren Winkeln die Tragfähigkeit neu berechnen oder ein stärkeres Mittel wählen.

2. Falscher Schwerpunkt

Fehlerbild: Die Last kippt beim Anheben, dreht sich oder schwingt unkontrolliert.

Risiko: Die Last schlägt gegen den Kran, reißt das Anschlagmittel ab oder fällt herunter.

Gegenmaßnahme: Schwerpunkt vor dem Anschlagen ermitteln. Anschlagpunkte symmetrisch um den Schwerpunkt legen. Bei unklarer Lage: Probehub mit geringer Höhe und Beobachter.

3. Beschädigtes Anschlagmittel

Fehlerbild: Verschleißerscheinungen werden übersehen – Drahtbrüche, Schnitte im Gurt, Verformungen an Ketten, fehlende Kennzeichnung.

Risiko: Das Mittel versagt unter Last. Ein Beinaheunfall wird zum Unfall.

Gegenmaßnahme: Vor jeder Last eine kurze Sichtprüfung. Beschädigte Mittel sofort sperren und kennzeichnen. Prüfintervalle nach DGUV Vorschrift 54 einhalten.

4. Unklare Handzeichen

Fehlerbild: Der Kranführer missversteht das Signal. Die Last wird in die falsche Richtung bewegt.

Risiko: Kollision mit Personen oder Gegenständen. Die Last gerät außer Kontrolle.

Gegenmaßnahme: Standardisierte Handzeichen nach DGUV Information 209-013 verwenden. Bei Sichtverlust: Funkkommunikation oder Einweiser einsetzen. Handzeichen vorher absprechen.

5. Fehlende Sichtprüfung

Fehlerbild: Mängel bleiben bis zum Versagen unentdeckt. Die Last wird angeschlagen, ohne dass das Mittel geprüft wurde.

Risiko: Plötzliches Versagen unter Last. Keine Möglichkeit mehr, einzugreifen.

Gegenmaßnahme: Sichtprüfung als festen Schritt in den Ablauf integrieren. Jeden Mangel melden und dokumentieren. Bei Unsicherheit: Last sperren, nicht anschlagen.

Beinaheunfälle als Lernquelle nutzen

Viele Betriebe dokumentieren nur Unfälle, nicht Beinaheunfälle. Dabei sind Beinaheunfälle die wertvollste Quelle für Verbesserungen: Sie zeigen, wo der Ablauf noch nicht sicher ist, ohne dass jemand zu Schaden gekommen ist. Wer Beinaheunfälle systematisch erfasst und in der nächsten Unterweisung bespricht, schließt Lücken, bevor sie zu Unfällen werden.

Wichtige Erkenntnis
Die Gegenmaßnahmen sind einfach: vor jeder Last eine kurze Sichtprüfung, klare Handzeichen, korrekter Anschlagwinkel und eine ehrliche Meldung bei Mängeln. Wer Beinaheunfälle auswertet, lernt aus fast passierten Fehlern, ohne dass jemand zu Schaden kommt.

Fazit: Anschläger Schulung als Teil Ihrer Gefährdungsbeurteilung

Die Anschläger Schulung ist kein Papierthema. Sie ist der Unterschied zwischen einem sicheren Ablauf und einem Unfall mit Produktionsausfall.

Bei ATS Consulting + Training GmbH übernehmen wir das für Sie: persönliche Betreuung mit festen Ansprechpartnern, alles aus einer Hand und deutschlandweite Dienstleistung. So setzen Sie die gesetzlichen Vorgaben rechtskonform um, vermeiden Bußgelder und Unfälle und behalten den Fokus auf Ihrem Kerngeschäft. Vereinbaren Sie ein Erstgespräch und bringen Sie Ihre Anschläger auf den aktuellen Stand.

Häufig gestellte Fragen

Wer darf Anschläger ausbilden?

Die Ausbildung zum Anschläger darf nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden, die selbst über umfassende praktische Erfahrung im Hebezeugbetrieb verfügen und die geltenden DGUV-Vorgaben kennen. Häufig sind dies spezialisierte Schulungsanbieter, Sicherheitsingenieure oder qualifizierte Kranführer mit entsprechender Zusatzqualifikation. Wichtig ist, dass die Schulung sowohl theoretische Inhalte als auch praktische Übungen mit realen Lasten und Anschlagmitteln umfasst. Achten Sie darauf, dass der Anbieter eine Teilnahmebescheinigung ausstellt, die Sie für Ihre Dokumentation nutzen können.

Welche Inhalte gehören zu einer Anschläger Schulung?

Eine vollständige Anschläger Schulung deckt mehrere Kernbereiche ab: rechtliche Grundlagen aus der DGUV Information 209-013, Aufgaben und Verantwortung des Anschlägers, Ermittlung von Lastgewicht und Schwerpunktlage, Auswahl und Prüfung geeigneter Anschlagmittel sowie verschiedene Anschlagarten und Anschlagtechniken. Hinzu kommen praktische Übungen zum Anschlagen, Aufnehmen und Absetzen von Lasten. Auch Kommunikation mit dem Kranführer über Handzeichen gehört dazu. Am Ende steht meist eine Wissensüberprüfung und die Ausstellung einer Teilnahmebescheinigung.

Welche Beispiele gibt es für Anschlagmittel?

Zu den gängigen Anschlagmitteln gehören Rundschlingen aus Polyester, Hebebänder in verschiedenen Ausführungen, Kettengehänge für schwere oder scharfkantige Lasten, Drahtseilschlingen sowie Kombinationen daraus. Jedes Anschlagmittel hat eine eigene Tragfähigkeit und eignet sich für bestimmte Einsatzbereiche: Rundschlingen schonen empfindliche Oberflächen, Ketten widerstehen Hitze und scharfen Kanten, Drahtseile bieten hohe Zugfestigkeit. Die Auswahl richtet sich nach Lastgewicht, Form, Oberfläche und den Umgebungsbedingungen am Einsatzort.

Wann muss ein Kranführer zusätzlich als Anschläger ausgebildet werden?

Ein Kranführer muss dann auch als Anschläger qualifiziert sein, wenn er die Lasten selbst anschlägt, ohne dass eine separate Person diese Aufgabe übernimmt. Das ist häufig bei kleineren Betrieben, in Werkstätten oder bei mobilen Kranen der Fall. Sobald der Kranführer den Anschlagvorgang nicht einsehen kann oder die Lastführung vom Boden aus koordiniert werden muss, braucht er entweder einen eigenständigen Anschläger oder eine entsprechende Doppelqualifikation. Die Gefährdungsbeurteilung Ihres Betriebs legt fest, welche Variante erforderlich ist.

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