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SiGeKo Kosten pro Baustelle: Kalkulation Schritt für Schritt

Autor, Sicherheitsexperte

Inhaltsverzeichnis

Zuletzt aktualisiert: 6. Oktober 2026

SiGeKo Kosten pro Baustelle: Kalkulation im Überblick

Die SiGeKo Kosten pro Baustelle Kalkulation folgt keinem starren Tarif. Sie ergibt sich aus Aufwand, Bauzeit und anrechenbaren Baukosten. Wer die sigeko kosten sauber planen will, muss drei Größen kennen: den Koordinationsaufwand, die Bauzeit und die vertragliche Grundlage.

Viele Bauherren unterschätzen diesen Posten. Dabei ist der SiGeKo keine Kür, sondern Pflicht. Die Baustellenverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales regelt, wann ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator bestellt werden muss.

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Kosten kalkulieren. Sie erfahren, welche Faktoren den Preis treiben und wie Sie Honorare verhandeln, ohne Abstriche bei der Sicherheit zu machen.

Was die Kalkulation bestimmt:

  • Aufwand pro Leistungsphase
  • Bauzeit und Baukosten
  • Stundensatz oder Pauschalhonorar
  • Regionale Unterschiede

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Grundlage wird die Kalkulation berechenbar.

Wichtige Erkenntnis
Die SiGeKo-Kosten hängen stärker von der Bauzeit als von der Bausumme ab. Ein langes, kleines Projekt kann teurer sein als ein kurzes, großes.

SiGeKo Aufgaben nach Baustellenverordnung und wann die Bestellung Pflicht ist

Die Bestellung ist Pflicht, sobald auf einer Baustelle mehrere Arbeitgeber gleichzeitig tätig sind. Das regelt die Baustellenverordnung. Der Koordinator trägt dann Verantwortung für Sicherheit und Gesundheitsschutz.

Zu den Kernaufgaben gehören:

  • Erstellen des Sicherheits- und Gesundheitsschutzplans (SiGe-Plan)
  • Erstellen der Unterlage für spätere Arbeiten
  • Koordination aller Gewerke auf der Baustelle
  • Baustellenbegehung und Gefährdungsbeurteilung
  • Überwachung der Arbeitsschutzmaßnahmen

Ein häufiger Fehler: Bauherren bestellen den SiGeKo zu spät. Dann fehlen SiGe-Plan und Unterlage, und die Baustelle startet mit einem Risiko. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin weist darauf hin, dass die Bestellung vor Beginn der Ausführung erfolgen muss.

Die Bauherrenpflichten enden nicht mit der Bestellung. Der Bauherr bleibt verantwortlich für die Einhaltung der Vorgaben. Fehlt der SiGe-Plan, drohen Bußgelder und im Schadensfall Haftungsfragen.

Anrechenbare Baukosten nach DIN 276 als Kalkulationsgrundlage

Anrechenbare Baukosten sind die Grundlage jeder Honorarberechnung. Sie folgen der Kostengliederung nach DIN 276. Diese Norm ordnet Baukosten in Kostengruppen, von der Baugrube bis zur Außenanlage.

Nicht alle Kostengruppen zählen voll. Typisch angesetzt werden:

  • Kostengruppe 300: Bauwerk und Baukonstruktionen
  • Kostengruppe 400: Technische Anlagen
  • Teile der Kostengruppe 500: Außenanlagen

Grundstück, Finanzierung und bewegliche Einrichtung fließen meist nicht ein. Deshalb weicht die Honorarbasis fast immer von der Gesamtinvestition ab.

Ein Beispiel: Ein Bauvorhaben mit fünf Millionen Euro Gesamtkosten kann eine Honorarbasis von nur drei Millionen Euro haben. Wer die falsche Zahl ansetzt, kalkuliert zu hoch oder zu niedrig.

Achtung
Wer die Honorarbasis mit den Gesamtkosten gleichsetzt, zahlt oft zu viel. Prüfen Sie vorab, welche Kostengruppen nach DIN 276 tatsächlich angerechnet werden.

SiGeKo Honorar Stundensatz: Von der HOAI-Unabhängigkeit zur freien Honorarvereinbarung

Der SiGeKo Honorar Stundensatz ist frei verhandelbar. Die HOAI gilt für SiGeKo-Leistungen nicht mehr als verbindliches Preisrecht. Seit der HOAI-Reform sind die Sätze nur noch Orientierung, nicht Pflicht.

Das hat Folgen. Es gibt keine Mindestsätze mehr, aber auch keinen Schutz vor Dumpingpreisen. Zwei Wege sind üblich:

Stundensatz: Sie zahlen den tatsächlichen Aufwand. Das lohnt sich bei unklarem Projektverlauf.

Pauschalhonorar: Sie zahlen einen Festpreis. Das schafft Planungssicherheit, setzt aber eine gute Aufwandsschätzung voraus.

Die Vergütungsstruktur sollte schriftlich festgehalten werden. Eine freie Honorarvereinbarung muss klar regeln:

  • Welche Leistungen enthalten sind
  • Wie viele Baustellenbegehungen anfallen
  • Was zusätzliche Termine kosten

Fehlt diese Klarheit, entstehen Nachträge. Die treiben die Kosten schneller als jeder Stundensatz.

SiGeKo Aufwandsschätzung Bauvorhaben: Bauzeit, Baukosten und Leistungsphasen nach AHO-Heft 15

Ein SiGe-Koordinator mit Schutzhelm und Warnweste prüft auf einer Baustelle Unterlagen auf einem Tablet, im Hintergrund Gerüste und Bauarbeiter bei Tageslicht
Ein SiGe-Koordinator mit Schutzhelm und Warnweste prüft auf einer Baustelle Unterlagen auf einem Tablet, im Hintergrund Gerüste und Bauarbeiter bei Tageslicht

Die SiGeKo Aufwandsschätzung Bauvorhaben stützt sich auf das AHO-Heft 15. Es beschreibt das Leistungsbild des SiGeKo und macht den Aufwand über die Projektphasen hinweg vergleichbar. Wer die Kalkulation verstehen will, muss nicht nur wissen, welche Phasen es gibt, sondern welche Phase wie viel Aufwand bindet.

Das AHO-Heft 15 gliedert die Grundleistungen in fünf Leistungsphasen, analog zur HOAI-Systematik:

  1. Leistungsphase 1 – Vorbereitung und Bestellung: Projektaufnahme, Sichtung der Planungsunterlagen, Abstimmung mit Bauherrn und Planern, Klärung der Bestellmodalitäten.
  2. Leistungsphase 2 – Erstellung der Unterlagen: Anfertigung des Sicherheits- und Gesundheitsschutzplans (SiGe-Plan) sowie der Unterlage für spätere Arbeiten.
  3. Leistungsphase 3 – Koordination der Ausführung: Laufende Abstimmung der Gewerke, Baustellenbegehungen, Anpassung des SiGe-Plans an den Baufortschritt.
  4. Leistungsphase 4 – Überwachung: Kontrolle der Umsetzung der Arbeitsschutzmaßnahmen, Reaktion auf Abweichungen, Nachsteuerung.
  5. Leistungsphase 5 – Abschluss und Dokumentation: Übergabe der Unterlage, Abschlussdokumentation, Nachbereitung.

Wo der Aufwand tatsächlich entsteht

Die Leistungsphasen 1, 2 und 5 sind weitgehend einmalig und damit gut kalkulierbar. Der größte Kostenblock liegt in den Leistungsphasen 3 und 4, weil sie an die Bauzeit gekoppelt sind. Je länger die Ausführung dauert, desto mehr Begehungen, Abstimmungen und Anpassungen fallen an.

Zwei Faktoren bestimmen den Aufwand am stärksten:

  • Bauzeit: Sie bestimmt die Zahl der Baustellenbegehungen. Ein üblicher Rhythmus liegt bei einer Begehung pro Woche bis alle zwei Wochen, bei kritischen Phasen auch häufiger.
  • Zahl der Gewerke: Sie bestimmt den Koordinationsaufwand. Je mehr parallel tätige Arbeitgeber, desto mehr Schnittstellen sind zu steuern.

Die Bauvorhaben-Größe wirkt indirekt: Höhere Baukosten gehen meist mit mehr Gewerken, längerer Bauzeit und komplexeren Schnittstellen einher. Die Bausumme allein ist jedoch kein verlässlicher Aufwandstreiber – ein kleines, aber langlaufendes Vorhaben kann mehr Koordinationsstunden erfordern als ein kompakter Neubau.

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Rechenlogik für die Aufwandsschätzung

Eine belastbare Schätzung kombiniert drei Größen:

  1. Grundaufwand für die einmaligen Leistungsphasen 1, 2 und 5 (Vorbereitung, SiGe-Plan, Unterlage, Abschluss).
  2. Laufender Aufwand pro Bauzeitintervall (Begehungen, Abstimmung, Dokumentation) multipliziert mit der geplanten Bauzeit.
  3. Zuschläge für Komplexität: viele Gewerke, hohe Gefährdungslage, enge Termine, mehrere Bauabschnitte.

Ein kurzer Umbau mit drei Gewerken braucht weniger Aufwand als ein Neubau mit zwanzig. Die Baukosten spiegeln diese Komplexität nur grob wider – die Bauzeit und die Gewerkezahl sind die präziseren Hebel. Eine fundierte Planung erfordert daher eine systematische Methode, um die Baukosten präzise schätzen zu können und die SiGeKo-Leistungen entsprechend der tatsächlichen Projektdynamik zu kalkulieren.

Profi-Tipp
Fragen Sie im Erstgespräch nach der geplanten Bauzeit, der Zahl der Gewerke und der Zahl der Bauabschnitte. Diese drei Angaben erklären den größten Teil des Aufwands und damit des Honorars.

Digitalisierung als Aufwandshebel

Digitale Baustellendokumentation – etwa Begehungsprotokolle per App, zentrale Ablage von SiGe-Plan und Unterlage, Fotonachweise mit Zeitstempel – reduziert den Zeitaufwand pro Begehung und erleichtert die Nachweisführung. Das senkt den laufenden Aufwand und wirkt damit direkt auf die Kalkulation.

Beispielrechnungen: Pauschalhonorar für kleine und große Bauvorhaben

Pauschalhonorare lassen sich nur mit einer belastbaren Aufwandsschätzung bilden. Die folgenden Beispiele zeigen die Rechenlogik, nicht konkrete Preise. Diese hängen von Region, Anbieter und Projekt ab.

Beispiel 1: Sanierung eines Einfamilienhauses (kleines Bauvorhaben)

  • Bauzeit: rund 3 Monate
  • Gewerke: 4 bis 6
  • Bauabschnitte: einer
  • Begehungsrhythmus: alle zwei Wochen, also etwa 6 Begehungen

Aufwand: einmalige Leistungsphasen (Vorbereitung, SiGe-Plan, Unterlage, Abschluss) plus 6 Begehungen mit Nachbereitung. Der laufende Aufwand ist gering, weil die Bauzeit kurz ist. Ein Pauschalhonorar ist hier oft die günstigste und planbarste Lösung.

Beispiel 2: Neubau eines Gewerbebaus (großes Bauvorhaben)

  • Bauzeit: rund 14 Monate
  • Gewerke: 15 bis 20
  • Bauabschnitte: mehrere
  • Begehungsrhythmus: wöchentlich, in kritischen Phasen häufiger

Aufwand: einmalige Leistungsphasen plus rund 50 bis 60 Begehungen, dazu laufende Anpassung des SiGe-Plans und Abstimmung vieler Schnittstellen. Der laufende Aufwand dominiert. Stundensatz oder ein gestaffeltes Pauschalmodell passen besser, weil die Bauzeit schwer exakt vorherzusagen ist.

Kriterium Kleines Bauvorhaben Großes Bauvorhaben
Bauzeit kurz (ca. 3 Monate) lang (ca. 14 Monate)
Gewerke wenige (4-6) viele (15-20)
Begehungen selten (ca. 6) regelmäßig (ca. 50-60)
Aufwandsschwerpunkt einmalige Phasen laufende Phasen
Honorarmodell Pauschal Stundensatz oder gestaffelt
Aufwand gering hoch

Kosten-Nutzen-Analyse für kleine Bauvorhaben

Viele Bauherren fragen sich bei kleinen Vorhaben, ob sich der SiGeKo überhaupt lohnt. Die Antwort: Die Bestellungspflicht knüpft an mehrere gleichzeitig tätige Arbeitgeber, nicht an die Bausumme. Auch ein kleiner Umbau kann die Pflicht auslösen.

Dem Aufwand steht ein konkreter Nutzen gegenüber:

  • Vermeidung von Bußgeldern: Fehlt der SiGe-Plan oder die Unterlage, drohen Bußgelder nach der Baustellenverordnung.
  • Vermeidung von Haftungsrisiken: Bei einem Arbeitsunfall ohne ordnungsgemäße Koordination haftet der Bauherr mit.
  • Vermeidung von Bauverzögerungen: Ein fehlender SiGe-Plan kann den Baustart blockieren.

Bei kleinen Vorhaben ist der Koordinationsaufwand überschaubar – ein erfahrener SiGeKo erledigt die Grundleistungen oft in wenigen Terminen. Das Verhältnis von Honorar zu vermiedenem Risiko fällt hier häufig günstiger aus als bei großen Projekten.

Achtung
Der günstigste Anbieter ist nicht automatisch der beste. Ein SiGe-Plan nach Schema spart kurzfristig, kostet bei einem Unfall oder einer Prüfung aber mehr als jedes Honorar.
Ideal für
Kleine Bauvorhaben mit kurzer Bauzeit und wenigen Gewerken, bei denen ein Pauschalhonorar Planungssicherheit schafft und der Aufwand klar begrenzbar ist.

Checkliste für Honorarverhandlungen und regionale Preisunterschiede

Regionale Preisunterschiede sind real. In Ballungsräumen liegen die Sätze höher als im ländlichen Raum. Das liegt an höheren Kosten und knapper Kapazität.

Diese Checkliste hilft bei der Verhandlung:

  • Leistungsumfang schriftlich festhalten
  • Zahl der Baustellenbegehungen vereinbaren
  • Umgang mit Nachträgen regeln
  • Reaktionszeit bei Gefahr im Verzug klären
  • Haftung und Versicherung prüfen
  • Feste Ansprechpartner benennen
  • Regionale Vergleichsangebote einholen

Was viele unterschlagen: Der günstigste Anbieter ist nicht automatisch der beste.

Die Digitalisierung der Baustelle verändert die Kalkulation. Digitale Baustellendokumentation spart Zeit bei Begehungen und Unterlagen.


Die Kalkulation der SiGeKo-Kosten ist komplex. Sie hängt von Bauzeit, Gewerken und der Honorarvereinbarung ab. Fehler bei der Bestellung oder im SiGe-Plan kosten mehr als jedes Honorar.

Genau hier unterstützt Sie ATS Consulting + Training GmbH. Wir übernehmen die Koordination mit festen Ansprechpartnern, erstellen SiGe-Plan und Unterlage rechtssicher und passen unsere Betreuung an Ihr Bauvorhaben an. So vermeiden Sie Bußgelder und Haftungsrisiken, ohne Ihr Kerngeschäft aus dem Blick zu verlieren. Vereinbaren Sie ein Erstgespräch und lassen Sie Ihre Baustelle rechtssicher aufstellen.

Häufig gestellte Fragen

Wie berechnet man das SiGeKo-Honorar?

Das Honorar lässt sich über den Zeitaufwand (Stundensatz mal geschätzte Stunden) oder als Pauschalhonorar auf Basis der anrechenbaren Baukosten nach DIN 276 kalkulieren. Entscheidend sind Bauzeit, Anzahl der Gewerke und die Leistungsphasen nach AHO-Heft 15. Eine freie Honorarvereinbarung ist üblich, da die HOAI für SiGeKo-Leistungen keine verbindlichen Sätze mehr vorgibt. Lassen Sie den Aufwand projektbezogen schätzen und die Vereinbarung schriftlich festhalten.

Wie hoch ist der übliche Stundensatz für einen SiGe-Koordinator?

Der SiGeKo Honorar Stundensatz hängt von Qualifikation, Region und Projektkomplexität ab. Ein Sicherheitsfachkraft-Stundensatz liegt häufig im Bereich von 70 bis 120 Euro, während spezialisierte Koordinatoren mit Zusatzqualifikation mehr verlangen. Bei kleinen Bauvorhaben mit kurzer Bauzeit ist der Satz oft höher, weil der relative Aufwand für Einarbeitung und Dokumentation steigt. Konkrete Sätze sollten Sie projektbezogen anfragen.

Wann ist ein SiGeKo auf der Baustelle erforderlich?

Die Baustellenverordnung verlangt einen SiGeKo, wenn bei einem Bauvorhaben mehrere Arbeitgeber gleichzeitig oder nacheinander tätig werden und dabei besondere Gefahren entstehen können. Auch bei größeren Bauvorhaben mit umfangreicher Koordination ist die Bestellung Pflicht. Der Bauherr muss den Koordinator schriftlich bestellen und ihm die notwendigen Unterlagen wie SiGe-Plan und Unterlage für spätere Arbeiten bereitstellen. Fehlt die Bestellung, drohen Bußgelder.

Welche Faktoren beeinflussen die SiGeKo Kosten pro Baustelle?

Die SiGeKo Kosten pro Baustelle werden vor allem durch Bauzeit, anrechenbare Baukosten, Anzahl der Gewerke und die Anzahl der Baustellenbegehungen bestimmt. Auch die Komplexität der Gefährdungsbeurteilung, die Notwendigkeit eines Sicherheits- und Gesundheitsschutzplans sowie regionale Preisunterschiede spielen eine Rolle. Bei kleinen Bauvorhaben lohnt eine Kosten-Nutzen-Analyse, weil der Koordinationsaufwand relativ zum Bauvolumen oft höher ausfällt.

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